==== Ist es wahr, dass Ausländer nur nach Deutschland kommen, um vom deutschen Staat zu leben? ==== Immer wieder hört man in Deutschland diese Aussage. In Wahrheit ist die Situation jedoch vielschichtiger als uns Demagogen eintrichtern wollen. ==== Faktencheck: Migration und Arbeitsmarkt ==== Die Behauptung, dass Ausländer nur nach Deutschland kommen, um vom deutschen Staat zu leben, ist nachweislich **falsch**. Offizielle Daten des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegen, dass die überwältigende Mehrheit der eingewanderten Menschen arbeitet, Steuern zahlt und das Wirtschaftswachstum sichert. ==== 1. Millionen ausländische Arbeitskräfte sichern den Wohlstand ==== * **Über 6,5 Millionen ausländische Beschäftigte:** Ende 2025 waren in Deutschland rund 6,53 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit erwerbstätig. Der Großteil davon (5,8 Millionen) arbeitet in regulären, sozialversicherungspflichtigen Jobs. * **Träger des Wirtschaftswachstums:** Nach Angaben der Bundesregierung übernahmen ausländische Arbeitskräfte rund **71 Prozent aller neu geschaffenen Stellen** im Zeitraum von 2017 bis 2023. Ohne sie wäre wirtschaftliches Wachstum in Deutschland kaum noch möglich. * **Milliarden für das Bruttoinlandsprodukt:** Eine Auswertung des IW zeigt, dass ausländische Beschäftigte über **700 Milliarden Euro** zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland beitragen. (Siehe: [[https://iwkoeln.de|IW-Studie zur Wertschöpfung]]) ==== 2. Unverzichtbar im Kampf gegen den Fachkräftemangel ==== Zuwanderer kommen gezielt, um zu arbeiten – oft in Branchen, in denen ohne sie ein akuter Stillstand drohen würde (sogenannte Engpassberufe): * **Produktion & Handwerk:** 60 % der Beschäftigten in der Schweiß- und Verbindungstechnik haben eine Einwanderungsgeschichte. * **Gastronomie & Lebensmittel:** Mehr als die Hälfte (54 %) aller Köche und Angestellten in der Lebensmittelherstellung sind eingewandert. * **Infrastruktur & Pflege:** 47 % der Bus- und Straßenbahnfahrer sowie rund ein Drittel der Beschäftigten in der Altenpflege haben einen Migrationshintergrund. ==== 3. Hohe Arbeitsmarktintegration auch bei Geflüchteten ==== Selbst bei Menschen, die primär als Schutzsuchende vor Krieg und Verfolgung eingewandert sind, zeigt sich ein starker Wille zur Erwerbstätigkeit: * **Annäherung an den Durchschnitt:** Die Beschäftigungsquote der im Jahr 2015 zugezogenen Geflüchteten stieg bis zum Jahr 2024 auf **64 Prozent** an. Sie liegt damit nur noch knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (70 Prozent). * **Hohe Erwerbsquote bei Männern:** Geflüchtete Männer dieser Gruppe erreichten 2024 eine Beschäftigungsquote von **76 Prozent** – das liegt sogar vier Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Männer in Deutschland. ==== Fazit ==== Die Behauptung, Ausländer kämen nur für Sozialleistungen, ignoriert die ökonomische Realität: Menschen mit Einwanderungsgeschichte finanzieren den deutschen Staat und seine sozialen Sicherungssysteme durch ihre Arbeitskraft und Steuern maßgeblich mit.