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Ist es wahr, dass Nazis im dritten Reich an Windkraft geforscht haben?
Auffälligerweise versuchen gewisse rechte Politiker in Deutschland Stimmung gegen erneuerbare Energien zu verbreiten. Dabei suggerieren sie ihrer Wählerschaft, im Sinne rechter Vorbilder und des Volkes gut zu zu handeln.
Faktencheck: Windkraft im Nationalsozialismus und der heutige Rechtsextremismus
Die Nationalsozialisten förderten die Windkraft im „Dritten Reich“ intensiv, um eine energieautarke Versorgung für ihre Kriegspläne zu sichern. Die Verbindung zwischen Windenergie und der NS-Zeit sowie die heutige politische Instrumentalisierung des Themas umfasst im Wesentlichen zwei Dimensionen: die historische Forschung jener Ära und die gegenwärtige Vereinnahmung durch rechtsextreme Akteure.
Der historische Aspekt: Windkraft im Nationalsozialismus
Die NS-Führung versuchte, das Deutsche Reich unabhängig von Rohstoffimporten wie Öl oder Kohle zu machen (sogenannte „Autarkiepolitik“). Großtechnische Windkraftprojekte galten als vielversprechende Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen:
- Der „Reichskraftturm“ von Hermann Honnef: Der Erfinder Hermann Honnef entwarf gigantische, bis zu 500 Meter hohe Windkraftanlagen, die den Eiffelturm überragen sollten. Die NS-Spitze zeigte sich begeistert von der Idee, riesige Mengen Energie aus der Luft zu gewinnen, um die Kriegswirtschaft zu stützen.
- Das NS-Versuchsfeld: Ab 1941 bauten die Nationalsozialisten ein eigenes Windkraft-Versuchsfeld auf dem Mathiasberg in Brandenburg.
- Ulrich W. Hütter: Der Ingenieur entwickelte in dieser Zeit wegweisende aerodynamische Grundlagen für moderne Rotorblätter. Seine Forschungen im Auftrag der NS-Führung prägten die Entwicklung der heutigen Windkraftanlagen maßgeblich.
- Das Scheitern: Letztlich wurden die monumentalen Pläne nie realisiert, da kriegswichtige Ressourcen wie Stahl und Arbeitskräfte in die Waffenproduktion flossen. Auch interne Machtkämpfe mit der SS blockierten die Projekte.
Der heutige Aspekt: Rechte Propaganda gegen Windkraft
In der heutigen politischen Debatte nutzen rechtsextreme Gruppen, Verschwörungsideologen und entsprechende Parteien das Thema Windkraft auf zwei gegensätzliche Arten:
- Instrumentalisierung von Bürgerprotesten: Rechtsextreme Netzwerke versuchen gezielt, den lokalen und berechtigten Widerstand von Bürgern oder Naturschützern gegen Windparks zu unterwandern. Sie nutzen die Proteste, um staatliche Institutionen zu delegitimieren und demokratiefeindliche Narrative zu verbreiten.
- Diffamierung als „Ökodiktatur“: Moderne Windkraftanlagen werden in rechten Kreisen oft als Symbole einer vermeintlich erzwungenen Transformation oder Ideologie dargestellt. Journalistische Recherchen belegen, dass Akteure aus dem rechtsextremen Spektrum Desinformationen über die Energiewende verbreiten, um gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.